Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 2 bis 3 Minuten
Die gesetzlichen Verordnungen führen bei den meisten Lebensmitteln zu falschen Proteinangaben – auch in der Schweiz. Ursache ist die vorgeschriebene Methodik, die den Proteingehalt oft überschätzt. Die international besetzte EuroFIR Arbeitsgruppe zu den Proteinen hat deswegen einen Vorschlag für eine zukunftsfähige Lösung erarbeitet.
Proteine gehören zu den zentralen Nährstoffen unserer Ernährung. Sie sind an nahezu allen Stoffwechselprozessen beteiligt und Bestandteile aller Gewebe und Organe. Es erstaunt daher nicht, dass ohne ausreichende Proteinzufuhr der Mensch nicht optimal funktionieren kann. Die jüngste Datenlage für die Schweiz ist beunruhigend. Laut nationaler Verzehrsstudie erreicht ein Viertel der Erwachsenen unter 65 Jahren nicht einmal die empfohlene Minimalmenge an Proteinen, die gerade ausreicht, um den Nettoabbau an Körperproteinen zu verhindern 1. In der Altersgruppe 65 bis 75 Jahre erreichen bereits 50 Prozent die empfohlene Zufuhr nicht. Berücksichtigt man zudem, dass diese Empfehlungen laut heutiger Forschung für einen optimalen Stoffwechsel als zu niedrig gelten (siehe «Neue Empfehlung zur Proteinzufuhr nötig?»), muss die Versorgung mit Proteinen in der Schweiz als problematisch eingestuft werden.
Die Bewertung der Proteinzufuhr stützt sich auf die konsumierte Menge an Proteinen – und diese wiederum auf die deklarierten Proteingehalte. Akkurate Proteingehalte sind daher eine elementare Voraussetzung für die korrekte Bestimmung der Proteinzufuhr. Doch genau hier liegt das Problem: Seit Jahrzehnten schreiben gesetzliche Verordnungen vor, den Proteingehalt für Lebensmitteldeklarationen auf eine Art und Weise zu bestimmen, mit der man den effektiven Proteingehalt gar nicht ermitteln kann. Dies wirkt sich auch auf die nationalen Nährstoffdatenbanken aus. Denn viele folgen der gesetzlichen Vorgabe, damit die Proteingehalte in den Datenbanken mit denjenigen auf den Verpackungen der Lebensmittel vergleichbar sind.
Ein internationales Forschungsteam im Rahmen der EuroFIR Arbeitsgruppe zu den Proteinen suchte daher nach Möglichkeiten, die aktuell fehlerhafte und durchaus täuschende Proteindeklaration zu verbessern. In einem kürzlich veröffentlichten Übersichtsartikel erfolgte nun die Vorstellung des Vorschlags für eine bessere Proteindeklaration 2.
Die vorgeschriebene Methode
Die vorgeschlagene(n) Methode(n)
Gehalt versus Nährwert der Proteine
Fazit
Quellen
Beitragsbild: © Paolo Colombani